Krisenbegleitung

„Traue deinen Krisen! Sie werden dich verändern.“ (Reiner Frei)

Typische Krisenauslöser sind familiäre Veränderungen, Naturkatastrophen, Jobverlust, Umzug oder Trennung vom Partner, usw. In solchen Momenten kann das Gefühl entstehen, den Halt und die Orientierung zu verlieren. Es kann sein, dass wir den Boden unter unseren Füßen nicht mehr spüren, die Richtung, wo es weitergehen soll, nicht mehr kennen oder erahnen.

Um eine Krise zu bewältigen, durchlaufen wir verschiedene Phasen: so tritt zu Beginn der Krise der Schock auf, wir wollen das, was passiert ist, nicht wahrhaben, verleugnen das, was uns das Leben gerade „zumutet“ (1. Phase: die Verleugnung, der Schock). In der Krise tauchen Gefühl wie Wut und Zorn auf (2. Phase: der Zorn), darüber, dass sich etwas verändert hat, was wir so nicht wollen. Eine weitere Phase ist die Verhandlungsphase (3. Phase: das Verhandeln), wir wollen mit dem Leben verhandeln, „wenn…, dann…“. Auch eine depressive Stimmung (4. Phase: Depression) kann sich breit machen. Idealerweise kommt man in die Phase der Zustimmung (5. Phase: die Zustimmung, das Annehmen) und es gelingt uns, das anzunehmen, was uns gefordert hat und wir können es in unser Leben integrieren. Dabei ist das Durchleben dieser Phasen für jeden von uns individuell und anders. Und es handelt sich vorerst nicht um eine Krankheit, die therapiert werden müsste.

Eine Krise ist eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.

  • Problematisch: „Ich brauche Hilfe, Unterstützung.“
  • Wendepunkt: „Ich weiß nicht mehr weiter.“
  • Entscheidungssituation: „Was soll ich tun?“

Habe ich in so einer Situation entsprechende Unterstützung oder Begleitung, kann es die Dauer der Krise verkürzen und der Weg zurück zu mir selbst kann behutsam gebahnt werden. Weiters ist aus der Psychologie und Trauerforschung bekannt, dass eine nicht angeschaute oder begleitete Krise ins Burnout, zu psychischen Krankheiten oder gar klinischen Depressionen führen kann. Daher lohnt es sich auf jeden Fall Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Jede Krise bringt uns einen Schritt näher an unsere Essenz, stellt unser Leben und unser Sein in Frage, fordert, dass wir da hinschauen, wo es weh tut. Schaffen wir es, diesem Schmerz Raum zu geben, schaffen wir auch die Möglichkeit, dass sich Neues entwickeln kann. Daher enthält jede Krise auch eine große Entwicklungschance, die unserem Leben einen neuen Sinn geben kann und ein JA zu mir und zum Leben ermöglicht.

Und dann kommt langsam wieder Licht in unser Leben…

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